Wo ,,tanken“ die 14 405 Wittener E-Autos in 2030?

Bis Ende 2023 wollen die Stadtwerke Witten in Abstimmung mit der Stadt circa 100 öffentliche und halböffentliche Normalladestationen für die Elektromobilität einrichten. Das erfuhr unsere Ratsfraktion jetzt durch eine gemeinsame Anfrage mit den Grünen.

Schnellladepunkte entstehen ab 2023

„Ende 2025 soll es schon fast 200 solcher Ladepunkte geben“, zitiert Martin Kuhn, unser verkehrspolitischer Sprecher, aus der Antwort der Stadtverwaltung. Demnach sollen in den Jahren 2023 und 2024 noch je zwei öffentliche Schnellladepunkte dazukommen. Verkehrspolitiker Claus Humbert ergänzt: „Vier weitere dieser Stationen sollen dann in 2025 entstehen. Darüber hinaus soll aber auch der stetige Aufbau von privaten und halböffentlichen Ladepunkten je nach Nachfrage und Bedarf vorangetrieben werden.“

Politik wartet schon auf das Konzept

„Dieser Zeitplan ist ein Teil des Elektromobilitätskonzeptes, das die Stadt uns nun voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres vorlegen wird“, erläutert unser Fraktionsvorsitzender Dr. Uwe Rath  eine weitere Erkenntnis aus der aktuellen Anfrage. Es werde von der Politik schon seit längerer Zeit mit großer Spannung erwartet.

Stadtwerke schätzen Bedarf höher als Berlin ein

Nach Angaben der Stadt schätzen die Stadtwerke ausgehend von aktuellen Zulassungszahlen, dass der Bedarf für den Ausbau der Ladeinfrastruktur (LIS) in Witten höher sein wird als die derzeitigen Ausbauziele der Bundesregierung vermuten lassen. Die Berliner Erwartungen liegen hochgerechnet bei nur 10.800 Wittener Elektrofahrzeugen bis 2030. „14.405 E-Fahrzeuge sind es zu diesem Zeitpunkt jedoch nach den Annahmen der Stadtwerke“, zitiert Claus Humbert aus der städtischen Stellungnahme zum erwarteten Bedarf. Stromversorgungsnetze und -anlagen müssten entsprechend ertüchtigt werden.  

Ausbau mit Fördermitteln

Den Ausbau der Ladeinfrastruktur (LIS) im öffentlichen Raum wird die Stadt nur koordinieren. „Er soll möglichst über Landes- und Bundesmittel gefördert werden“, erläutert Martin Kuhn. Die Stadt betone, dass die Stadtwerke Witten als kommunales Energieversorgungsunternehmen dabei ein wichtiger Partner seien. „Es können nach ihren Angaben aber auch andere Energieversorger und kommerzielle Anbieter in Witten Ladestationen errichten oder betreiben, wenn die notwendigen Genehmigungen von der Stadt und dem Netzbetreiber vorliegen. Für jeden Anbieter müssten die Kunden dann allerdings unterschiedliche Ladekarten nutzen.“  

Was den Prozess bremsen könnte

Zu hohe Anschluss- und Erschließungskosten sowie der geringe Bedarf in manchen Quartieren könnten sich nach Angaben der Stadt als wirtschaftliche Hemmnisse für den Ausbau erweisen. „Auch der Wegfall von Fördermitteln, knappe Flächen oder konkurrierende Nutzungsinteressen für die öffentlichen Bereiche könnten den Ausbau nach der Darstellung der Stadt bremsen“, informiert Uwe Rath. Als Grundvoraussetzung erwähne sie allerdings völlig zurecht eine verstärkte Energieproduktion im gesamten Land – auch durch den Ausbau der Wasserstoffindustrie: „Die Bundespolitik steht in dieser Hinsicht vor großen Aufgaben. Daher ist es wünschenswert, dass die Ampelkoalition in Berlin schnell an die Arbeit kommt.“    

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