Herbeder Nadelöhr von LKW entlasten

Die Herbeder Ratsmitglieder der SPD möchten das Verkehrs-Nadelöhr in ihrem Stadtteilzentrum vom LKW-Verkehr der vier großen ortsansässigen Produktionsbetriebe entlasten. „Wir könnten uns vorstellen, die LKW künftig aus der Straße Ruhrtal in die Von-Elverfeldt-Allee und dann im weiten Bogen über die Schlossstraße, Feldstraße, den Bahnübergang an der Gerberstraße in die Voestenstraße und die Wittener Straße auf die Autobahn zu lenken“, beschreibt Klaus Pranskuweit die Idee.

Belastete Strecke: rot. Alternativstrecke: grün. Sie führt von der Schlossstraße über die Voestenstraße zur Wittener Straße.

Weniger Lärm und ein besserer Verkehrsfluss

„Immer wieder beschweren sich Anwohner aus dem Bereich der unteren Meesmannstraße über Lärmbelästigungen durch die schweren Fahrzeuge“, erklärt Sabine Marunga. An Werktagen seien auch die Straße Ruhrtal, die Wittener Straße sowie der untere Bereich der Vormholzer Straße überdurchschnittlich stark durch LKW-Verkehr belastet, präzisiert Klaus Pranskuweit: „In den letzten Jahren hat die Nutzung durch LKW zugenommen.“

„Wenn es gelingt, den Schwerlastverkehr umzulenken, kann der übrige Verkehr in den engen Straßen besser fließen“, zählt der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Uwe Rath einen weiteren Vorteil auf. Zudem könnten sich Fußgänger – vor allem ältere Menschen und Kinder – dann sicherer fühlen.

Kostenbeteiligung

Wir möchten von der Stadtverwaltung wissen, ob sie die von uns vorgeschlagene Verkehrsführung schon einmal angedacht hat“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Kuhn. Die Strecken seien immerhin schon vorhanden und müsse nur an einigen Stellen noch etwas ausgebaut werden.

„Möglicherweise könnten die Anliegerfirmen Friedrich Lohmann GmbH im Ruhrtal, der  Federnhersteller Sogefi Hd Suspensions Germany GmbH (ehemals Luhn & Pulvermacher, Dittmann & Neuhaus) und die Ruhrtaler Gesenkschmiede an der Schlossstraße sowie die  Voss Federn GmbH an der Feldstraße an den Kosten beteiligt werden. Auch sie profitieren schließlich, wenn sie das Nadelöhr künftig umfahren können“, erklärt SPD-Ratsherr Klaus Pranskuweit: „Auch diesen Aspekt wollen wir mit der Anfrage klären.“

Fördermittel

Es soll auch in Erfahrung gebracht werden, ob für die LKW-Umfahrung Landesfördermittel in Anspruch genommen werden können – im Zusammenhang mit dem in einigen Jahren bevorstehenden Brückenneubau. Vielleicht, so Klaus Pranskuweit, wirke sich die Verlagerung des Schwerlastverkehrs auch positiv auf die Pläne aus, in Herbede durch die Internationale Gartenschau 2017 einen besseren Zugang zum Ruhrtal einzurichten. Die Stadtverwaltung wird in der Anfrage gebeten, auch dazu ihre Einschätzung abzugeben.

Ausdrücklich betonen die Herbeder Ratsmitglieder, als Kritik an den Betrieben sei der Vorschlag nicht zu verstehen: „Der LKW-Verkehr ist für sie notwendig. Wir sind froh, dass sie im Stadtteil so viele Arbeitsplätze anbieten.“