Es ist denkbar, dass an einer der beiden Wittener Realschulen demnächst ein Hauptschulzweig ab der siebten Klasse eingerichtet wird. Die Stadtverwaltung wird diese Möglichkeit prüfen. Das ist das Resultat eines Antrags, den wir gemeinsam mit den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke+ in den Schulausschuss eingebracht haben.
Weichen gestellt
„Es ist sehr wichtig, dass uns gelungen ist, die Weichen in diese Richtung zu stellen“, bekräftigt unsere Schulexpertin Gabriele Günzel, die Initiatorin dieser gemeinsamen Initiative, und erläutert den Hintergrund für das Anliegen: „Aus den Realschulen werden viele Kinder nach der sechsten Klasse an eine andere Schulform überwiesen, doch die Gesamtschulen sind voll.“
Perspektive für die Kinder
Ben Luckner, der Fraktionsvorsitzende der Linken+, ergänzt: „In dieser Situation geht es darum, den betroffenen Jungen und Mädchen nach dem Ende der Erprobungsstufe eine gute Möglichkeit für die Fortsetzung ihrer schulischen Laufbahn anzubieten.“ Schließlich laufe die Freiligrath Schule als letzte Hauptschule im Juli aus.
Hauptschule unbeliebt
„Bereits in 2016 hatte der Rat beschlossen, die Wittener Hauptschulen einzustellen, und damit den Elternwillen berücksichtigt“, erinnert Dennis Hilmer, Schulpolitiker der Grünen, an die Vorgeschichte. Es habe dort kaum noch Anmeldungen gegeben.
Keine Alternative
Die drei Mitglieder des Schulausschusses betonen, dass die rechtliche Grundlage für einen Neustart der Hauptschule als Alternative zur Zusatzklasse an der Realschule nicht gegeben sei. „Sie müsste nach derzeitigem Stand mit zwei fünften Klassen ins neue Schuljahr gehen. Doch das geben die Anmeldezahlen hier nicht her.“ Kinder mit einer reinen Hauptschul-Empfehlung oder mit einer eingeschränkten Empfehlung für die Real- und für die Hauptschule werden dem Wittener Angebot entsprechend von den Eltern meist an einer Gesamtschule oder einer Realschule angemeldet.
Schulgesetz ebnet den Weg
„Da das Schulgesetz seit dem letzten Sommer die Möglichkeit einräumt, eine Hauptschulklasse an einer Realschule einzurichten, bietet sich hier jedoch eine gute Möglichkeit, die Jugendlichen zu ihrem Schulabschluss zu führen“, erläutert Gabriele Günzel. Die Stadtverwaltung werde nun prüfen, ob und an welcher der beiden Realschulen diese Klasse eingerichtet werden kann.
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