Psychiatriebetten: Wohl der Patienten zu wenig im Blick

Der Ärger über die Entscheidung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, in Witten keine psychiatrische Krankenhausversorgung zuzulassen, ist in unserer Fraktion groß. „Damit können wir nicht zufrieden sein“, äußern sich unser Vorsitzender Dr. Uwe Rath, und der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Axel Echeverria einmütig kritisch. Schließlich hatte sich die Wittener SPD sogar mit einem offenen Brief an den Minister Karl-Josef Laumann für das psychiatrische Angebot in Witten stark gemacht.

 

Dr. Uwe Rath
Christoph Malz

Enttäuscht zeigt sich auch Christoph Malz, einer unserer stv. Vorsitzenden. Er betont:  „Das ist keine Entscheidung, die ganz dem  Wohle der Patienten dient. Doch genau das hätte der eigentliche Maßstab sein müssen.“ Aus unserer Sicht muss  Witten als größte Stadt des EN-Kreises  auch eigene Krankenhausbetten für psychisch Kranke haben: „Es liegt auf der Hand, dass der größte Anteil der Betroffenen aus Witten kommt“, erklärt Christoph Malz: „Warum sollen sie alle in ein auswärtiges Krankenhaus auspendeln?“ Axel Echeverria ergänzt verärgert: „Jetzt wäre die Gelegenheit gewesen, diesen Mangel abzustellen. Diese Chance wurde vertan.“

 

Axel Echeverria

 

Dass die Wittener nun nicht mehr nach Hattingen-Niederwenigern fahren müssen, um sich stationär psychiatrisch behandeln zu lassen, ist zwar schon eine Verbesserung, aber keine langfristige Lösung.  Der Stadtverbandsvorsitzende der SPD erklärt: „Der Weg ins Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke ist zwar nicht mehr so sehr weit, doch mit seiner zentralen Lage und einer sehr guten ÖPNV-Anbindung wäre das Evangelische Krankenhaus für die Patienten und ihre Besucher ideal  gewesen.“ Uwe Rath gibt zusätzlich zu bedenken, dass vermutlich auch einige Städte aus dem Südkreis mit der jetzt getroffenen Entscheidung nicht gerade glücklich seien: „Dort haben einige auf einen Standort in Witten gehofft, weil er auch für sie besser zu erreichen gewesen wäre.“ Er  bilanziert: „Wir können uns nur wünschen, dass es nicht bei dieser Entscheidung bleibt.“